KI-Bilder in WordPress kennzeichnen: C2PA, Thumbnails und der EU AI Act
WordPress entfernt C2PA-Metadaten beim Erzeugen von Thumbnails. So bleibt die maschinenlesbare KI-Kennzeichnung nach Art. 50 EU AI Act in jeder Bildgröße erhalten.
WordPress entfernt C2PA-Metadaten – die sogenannten Content Credentials – sobald es beim Upload die Vorschaubilder (Thumbnails) erzeugt. Die maschinenlesbare Kennzeichnung, die ein KI-Bild als künstlich erzeugt ausweist, geht damit in fast allen Bildgrößen verloren, die im Frontend ausgespielt werden. IMG Performer prüft jeden Upload auf C2PA-Daten und schreibt eine maschinenlesbare Kennzeichnung (XMP/IPTC) in das Original und in jede von WordPress erzeugte Bildgröße – auch in die WebP- und AVIF-Varianten. Zusätzlich setzt es im Frontend ein sichtbares Label, das sich für Grenzfälle pro Bild anpassen oder entfernen lässt.
Was Artikel 50 EU AI Act regelt
Artikel 50 verteilt die Pflichten auf zwei Rollen. Absatz 2 verpflichtet die Anbieter der KI-Systeme (Midjourney, OpenAI, Adobe Firefly und andere), ihre Bild-Ausgaben maschinenlesbar als KI-erzeugt zu markieren – technisch über Metadaten wie C2PA oder ein Wasserzeichen. Absatz 4 verpflichtet die Betreiber, die einen Deepfake veröffentlichen – eine realistisch wirkende Darstellung von Personen oder Ereignissen –, zusätzlich zu einer sichtbaren Offenlegung. Bei erkennbar künstlerischen oder satirischen Werken genügt eine dezente Kennzeichnung.
Für Website-Betreiber heißt das: Die maschinenlesbare Kennzeichnung bringt das KI-Werkzeug bereits mit. Entscheidend ist, dass WordPress sie beim Erzeugen der Bildgrößen nicht wieder entfernt. Die sichtbare Kennzeichnung von Deepfakes ist die eigene Pflicht des Betreibers. Einen vollständigen Überblick über die Kennzeichnungspflicht selbst – wer was wann kennzeichnen muss und welche Ausnahmen gelten – gibt unser Leitfaden KI-Bilder rechtssicher kennzeichnen (EU AI Act Art. 50).
Warum WordPress die C2PA-Kennzeichnung verliert
Beim Upload erzeugt WordPress aus jedem Bild mehrere Größen – Thumbnail, Medium, Large, dazu oft Theme-spezifische Zuschnitte und WebP- oder AVIF-Varianten. Die Bildbibliotheken GD und Imagick, die WordPress dafür nutzt, übernehmen C2PA-Manifeste dabei standardmäßig nicht. Im Frontend wird über srcset meist nicht das Original ausgespielt, sondern eine dieser abgeleiteten Größen – also genau die Datei ohne Kennzeichnung. Das Verhalten ist im WordPress-Projekt als offenes Thema dokumentiert und bislang nicht gelöst.
Wie IMG Performer die Kennzeichnung in jede Bildgröße schreibt
IMG Performer hängt sich in den Upload-Prozess und in die Thumbnail-Erzeugung ein. Erkennt es beim Upload ein C2PA-/Content-Credentials-Manifest, EXIF-Hinweise oder typische Signaturen bekannter KI-Werkzeuge, schreibt es eine maschinenlesbare Kennzeichnung in den XMP-/IPTC-Container jeder erzeugten Größe – hosting-unabhängig, auch wenn auf dem Server nur GD und nicht Imagick verfügbar ist. So trägt auch die im Frontend ausgespielte Variante die Kennzeichnung.
Manuelle Nachkategorisierung für Grenzfälle
Nicht jedes KI-Bild braucht ein sichtbares Label. Ein offensichtlich künstliches Icon oder eine erkennbare Illustration fällt nicht unter die sichtbare Offenlegungspflicht. In der Mediathek lässt sich der Status jedes Bildes anpassen: Die automatische Erkennung schlägt eine Einstufung vor, die Redaktion entscheidet. Das sichtbare Label kann entfernt werden, ohne die maschinenlesbaren Metadaten zu verlieren.
C2PA- und KI-Kennzeichnungs-Plugins für WordPress im Vergleich
| Plugin | KI-Bild-Erkennung | Marker in allen Bildgrößen | Sichtbares Label | Bildoptimierung | Lokal | Kosten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| IMG Performer | automatisch (C2PA, EXIF, KI-Tool-Signaturen) | ja – maschinenlesbarer Marker in jede Größe inkl. WebP/AVIF | ja, Design anpassbar (Pro) | WebP (Free), AVIF (Pro) | ja | Free · Pro 69 €/Jahr oder 9 €/Monat |
| Klarvo AI Transparency | manuell; der Plugin-Scan erkennt KI-Tools, nicht Bilder | erhält vorhandene C2PA beim Resizing (optional) | ja | nein | ja | kostenlos, kein Account |
| SEO’n’AI – AI Image check&mark | teilautomatisch (erkennt vorhandene C2PA-/IPTC-Metadaten bei Upload) + manuelle Markierung | Free nur im Original; alle generierten Größen nur im Pro-Add-on | ja | nein | ja | Free (nur Original) · Pro-Add-on für alle Größen + Bulk |
IPTC arbeitet an einem eigenen WordPress-Signing-Tool für C2PA, das aber (Stand jetzt) nicht über das WordPress.org-Verzeichnis installierbar ist, sondern direkt bei der IPTC angefragt werden muss – daher hier nicht mit aufgeführt.
Disclaimer
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben und empfehlen, die Quellen selbst zu prüfen – den Originaltext von Artikel 50 der EU-KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) sowie die Leitlinien der Europäischen Kommission. Angaben zu IMG Performer: img-performer.enfants.de. Verordnungstext: eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj · Erläuterung: artificialintelligenceact.eu/article/50.
Häufige Fragen
Schreibt WordPress C2PA-Metadaten in Thumbnails?
Nein. Beim Erzeugen der Bildgrößen übernimmt WordPress keine C2PA-Manifeste. Die Kennzeichnung bleibt nur im hochgeladenen Original erhalten, nicht in den im Frontend ausgespielten Varianten.
Brauche ich C2PA, oder reicht ein sichtbares Label?
Die maschinenlesbare Kennzeichnung nach Absatz 2 setzen die KI-Anbieter; moderne Werkzeuge liefern sie bereits mit. Ein sichtbares Label ersetzt sie technisch nicht. Die sichtbare Kennzeichnung von Deepfakes nach Absatz 4 ist die eigene Pflicht des Betreibers.
Funktioniert das auch ohne Imagick?
Ja. IMG Performer schreibt die Kennzeichnung hosting-unabhängig, auch wenn auf dem Server nur GD verfügbar ist.