Warum KI-Kennzeichnung und Bildoptimierung zusammengehören
Wenn ein Optimierungs-Plugin und ein Kennzeichnungs-Plugin getrennt laufen, kann die KI-Kennzeichnung beim Neu-Erzeugen des Bildes unbemerkt verloren gehen. Ein technisches Detail mit rechtlicher Konsequenz.
Ab dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung: KI-generierte Bilder brauchen eine maschinenlesbare Kennzeichnung. Viele WordPress-Betreiber lösen das mit einem dedizierten Kennzeichnungs-Plugin — und behalten daneben ihr bestehendes Bildoptimierungs-Plugin für WebP/AVIF. Auf den ersten Blick eine saubere Trennung von Zuständigkeiten. Technisch steckt darin aber ein Problem, das selten offensichtlich wird, bis es zu spät ist.
Wo die Kennzeichnung tatsächlich landet
Eine maschinenlesbare Kennzeichnung nach Art. 50 wird typischerweise als Metadaten-Marker in die Bilddatei geschrieben — z. B. als IPTC-DigitalSourceType oder eigener XMP-Eintrag. Der Haken: Diese Metadaten stecken in der konkreten Datei, nicht im WordPress-Datensatz. Sobald aus dem Original ein neues Bildformat erzeugt wird — etwa eine WebP- oder AVIF-Version für schnellere Ladezeiten —, entsteht eine komplett neue Datei. Und neue Dateien haben erstmal keine Metadaten, es sei denn, das erzeugende Programm schreibt sie explizit mit.
Das ist der Kern des Problems: Ein Optimierungs-Plugin, das nichts von der Kennzeichnungspflicht weiß, hat keinen Grund, den Marker in die von ihm erzeugte WebP/AVIF-Datei zu übernehmen. Die Kennzeichnung existiert dann zwar noch im JPEG/PNG-Original auf dem Server — aber genau das Original bekommt kein Besucher zu sehen. Ausgeliefert wird die optimierte Version. Die Kennzeichnung ist für die Öffentlichkeit faktisch verschwunden, ohne dass irgendwo eine Fehlermeldung erscheint.
Warum das nicht theoretisch ist
Dieses Problem ist kein Nischenfall. Wer sich die technischen Beschreibungen aktueller Kennzeichnungs-Plugins ansieht, stößt inzwischen auf explizite Gegenmaßnahmen dafür — etwa eigene “Verify”- oder “Repair”-Befehle, die nach jedem Optimierungslauf prüfen, ob die Metadaten noch da sind, und sie notfalls neu schreiben. Das ist ein Workaround für ein strukturelles Problem: Zwei getrennte Plugins mit getrennten Verantwortlichkeiten können nicht garantieren, dass ihre Ergebnisse zusammenpassen.
Wie Img Performer das löst
Img Performer erkennt KI-generierte Bilder beim Upload und schreibt die Kennzeichnung — weil dieselbe Software auch die WebP/AVIF-Datei erzeugt, landet der Marker automatisch in beiden. Es gibt keinen Moment, in dem eine Optimierung “danach” passiert und die Kennzeichnung dabei vergisst: Konvertierung und Kennzeichnung laufen im selben Prozess, für dieselbe Datei, auf jeder erzeugten Bildgröße.
Für den Praxis-Fall heißt das: Wer Img Performer nutzt, muss sich nicht fragen, ob die Kennzeichnung auch nach der nächsten Bildoptimierung noch da ist. Es gibt keine “nächste” Bildoptimierung, die getrennt davon laufen könnte.
Fazit
Bei der Wahl eines Kennzeichnungs-Tools lohnt sich eine konkrete Frage: Was passiert mit der Kennzeichnung, wenn ein anderes Plugin das Bild später neu erzeugt — für WebP, AVIF, ein CDN oder ein Theme-Update? Wenn die Antwort “das müsste eigentlich funktionieren” lautet, lohnt sich ein Test. Wenn Optimierung und Kennzeichnung von Anfang an im selben Plugin laufen, stellt sich die Frage gar nicht erst.